MORGENTHAU

Wie die Times berichtet, hat der Libanonkrieg in Israel die Einsicht erzeugt, auch für einen Krieg gegen Syrien und Iran gewappnet sein zu müssen.
Anders als die Palästinenser-Frage stehe nun die Lösung der Probleme Syrien und Iran, die größten weltweiten Sponsoren des antiamerikanischen und antisemitischen Terrors auf der Tagesordnung an erster Stelle.

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Zurück aus Ägypten

Mohammed aus Baghdad berichtet - Iraq the Model Weblog


Ich bin nun zurück in Baghdad, nachdem ich eine Woche in Kairo auf einem Seminar für Blogger und Aktivisten war. Dieses Seminar wurde u.a. vom Cato Institute, dem Amerikanisch-Islamischen Kongress und HamsaWeb unterstützt.

Es war eine sehr interessante und informative Erfahrung mit Menschen wie Dr. Palmer, Johan, Zainab und Jess zu reden. Das Training wurde von Dr. Shafeeq, dem Kopf der Amerikanischen Universität in Kairo geleitet.
Noch aufregender aber war die Menge an jungen Männern und Frauen, die ähnliche Hoffnungen und Sorgen wie wir haben. Wir diskutierten unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten in der gefährlichen Situation in der sich unsere Region befindet. Ob es möglich wäre der Bedrohung etwas entgegen zu setzen - der Bedrohung durch totalitäre Regime und Extremismus, die nichts hören wollen was ihrer rückwartsgewandten Ideologie widerspricht, die sie den Leuten aufzwingen wollen.

Das ist wirklich nicht leicht und ich applaudiere diesen jungen Menschen für ihre Courage und Bestimmtheit, die so hart in ihren Gesellschaften arbeiten um die Rechte zu bekommen und für sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen in einer Umgebung, welche nur feindlich gegenüber allem Neuen genannt werden kann.

Meine Teilnahme an diesem Treffen hat jedenfalls meine Hoffnung genährt und verstärkte mein Gefühl, dass wir diesen Kampf nicht allein kämpfen.
Schön war auch, dass jeder bei dem Treffen dem Projekt Irak alles Gute wünschte und jeder hoffte, dass dies dann Auswirkungen im positiven Sinne auf die Umgebung haben würde.

Auf der anderen Seite gibt es den destruktiven Effekt der Medien die gerne die schlechten Seiten der Entwicklung herausstellen. Die Irak als ein Land der Autobomben porträtieren und die guten Entwicklungen nicht erwähnen. Dieser Effekt zeigte auch auf der Konferenz leider seine Wirkung.
Ich habe den Nicht-Irakern bei der Konferenz immer wieder gesagt, dass man etwas so gewaltiges wie einen Regime Change im Irak nicht in so kurzer Zeit beurteilen könnte, verglichen mit den Geschichten anderer Nationen.
Ich weiß im Rauch des Krieges sind die positiven Seiten oft nicht zu sehen, aber als ich das Land verließ und nach Ägypten zur Konferenz reiste um mir die Geschichten aus dem Mittleren Osten und Ländern Afrikas anzuhören, konnte ich sie klar fühlen.

Es mag seltsam klingen, aber in Ägypten fühlte ich etwas, was ich in meiner kriegsgeplagten Heimatstadt nicht fühle: Das erste Mal seit 3 Jahren fühlte ich mich bedrängt von einer Regierung. Ich erzählte einigen Leuten dort, dass ich mich in Baghdad sicher fühle, dass ich manchmal Angst vor den Terroristen habe, aber dass ich niemals die Regierung fürchte und nicht nur ich, sondern alle Iraqis haben keine Angst ihre Meinung offen zu sagen und dass sie mit der Regierung teilweise gewaltig unzufrieden sind. Denn andererseits sind wir Teil der Regierung seit sie durch uns an die Macht kam. Und diese Regierung und die Verfassung hat anders als die Terroristen und Milizen ein starkes Fundament.
Natürlich brauchen wir ne Menge Arbeit um auf diesem Fundament was zu bauen. Aber wir werden sicherlich nicht aufgeben!

Also in Kairo saß ich im Garten des Hotels und las ein Buch, als mich ein Mann überraschte, der mich an Saddams Sicherheitsleute erinnerte. Er sagte nur: "Glaub denen nicht." - "Wer ist ihnen?" frug ich verwundert. - "Diesen Menschen." sagte er und zeigte auf das Buch in meiner Hand. Er sagte: "Wir haben ein gutes System das durch die Regierung und den Islam repräsentiert wird. Vielleicht brauchen wir kleine Veränderungen, aber diese Leute wollen deine Kultur und deinen Glauben zerstören."
Ich hatte Angst diese Konversation würde damit enden, dass er mich über meine Freunde ausfragen würde und ähnliches, deshalb beendete ich sie. Irgendwie fühlte ich mich jedoch zurückgeschleudert in eine Zeit die ich verdrängt hatte die letzten 3 Jahre.

Ich fühlte mich auf einmal als müsste ich meinen Mund halten gegenüber der einfachen Reinigungskraft im Zimmer. Die arbeitete und sagte: "Wenn ihr für Veränderungen seit, dann bin ich ganz bestimmt auf eurer Seite." Es war eine freundlich Geste, aber mit diesen Gefühlen konnte ich nur sagen: "Nein, nein. Wir wollen keine Veränderungen."

Ich habe keine Angst über Veränderungen zu reden, wenn ich im Irak bin. Pluralismus ist ein Faktum hier. Man sieht es an den vielen Parteien. Aber in Kairo hatte ich Angst mich öffentlich zu äußern.

In dem Augenblick wusste ich den Unterschied und wünschte mir augenblicklich wieder in Baghdad zu sein. Ich weiß die Balance stimmt dort nicht so ganz, aber die "welche temporäre Sicherheit wollen, werden niemals Sicherheit bekommen." (Benjamin Franklin).

Ich denke dieser Kampf ist richtig und die Opfer wert und ich habe zusätzliche Gründe erfahren und Motivation gewonnen. Es sind die Menschen ("das Volk"? - "the people" im Original) die uns gewinnen sehen wollen. Und unserer Kampf macht vielleicht die zukünftigen in der ganzen Region einfacher.



Übersetzung: Morgenthau

3 Kommentare 31.8.06 15:14, kommentieren

Mal nix politisches, sondern kulinarisches:



Walker's Salt and Vinegar - erhältlich mit vielen anderen tollen Sachen bei British American Food

1 Kommentar 31.8.06 10:52, kommentieren

Der jordanische Prinz Hassan Bin Talal hat die arabischen Führer wegen ihrer Kriegsführung gegen Israel scharf kritisiert. Sie verschwendeten dafür Geld, das dem arabischen Volk zustehe, sagte er bei einer internationalen Konferenz im japanischen Kyoto. „Die arabischen Führer haben dem arabischen Volk Milliarden von Dollar gestohlen und sie für Waffen ausgegeben, um Israel zu bekämpfen, das sie niemals besiegen werden“, sagte Prinz Hassan. Das täten sie, „anstatt das Geld für Zwecke der Gesundheit und der Bildung zu verwenden, um ihrem Volk zu helfen“. Der jordanische Prinz griff auch das iranische Atomprogramm an. Es müsse sichergestellt werden, dass das Projekt nicht die Stufe von Nuklearwaffen erreiche, forderte er.
(Ynetnews.com, 29.8.)

2 Kommentare 30.8.06 15:45, kommentieren

Nach einem Bericht der ägyptischen Zeitung Al-Ahram handelt ein deutscher Vermittler derzeit eine Vereinbarung für den Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah aus (Quelle: SPON). "Gefangenenaustausch" klingt nach einer fairen Sache: Man denkt dabei an die Glienicker Brücke, auf der im Kalten Krieg enttarnte Agenten ausgetauscht wurden. Spion gegen Spion, quid pro quo.

Sehen wir uns mal die Personen an, um die es bei den angestrebten Verhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah geht: Auf der einen Seite stehen Ehud Goldwasser und Eldad Regev, zwei Angehörige der IDF, die am 12. Juli auf israelischem Territorium von Kämpfern der Hisbollah entführt wurden. Auf der anderen Seite stehen drei libanesische Terroristen, der prominenteste von ihnen ist Samir Kuntar. Er sitzt seit dem Überfall auf ein Wohnhaus in Nahariya im Jahr 1979 in israelischer Haft. Kuntar hatte zunächst dem Familienvater Danny Haran vor den Augen seiner vierjährigen Tochter in den Kopf geschossen. Danach schlug er dem Mädchen mit dem Kolben seines Gewehrs den Schädel ein, bevor israelische Sicherheitskräfte ihn festnehmen konnten. Mit dem Überfall wollte Kuntars Terrorzelle gegen die Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten protestieren.

Beim aktuellen Nahost-Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah ist oft von militärischer Asymmetrie die Rede. Wenig thematisiert wird dagegen die moralische Asymmetrie. In den Augen vieler Deutscher stehen die Forderungen Israels (Freilassung der Soldaten) und der Hisbollah (Freilassung der inhaftierten Libanesen) moralisch auf einer Stufe. Jedem Menschen, der noch über ein Fünkchen normativen Urteilsvermögens verfügt, muss klar sein, dass das nicht der Fall ist. Wird ein rechtmäßig verurteilter Kindermörder gegen zwei junge Männer ausgetauscht, deren einziges "Verbrechen" darin besteht, dass sie Israelis sind, dann ist das kein Gefangenenaustausch, sondern ein erfolgreicher Erpressungsversuch und ein Sieg der Gewalt über die Gerechtigkeit.

www.martin-hagen.de

2 Kommentare 28.8.06 13:30, kommentieren

Die Hizbollah hat nicht gewonnen, sagt Amir Taheri in seinem Beitrag im Wall Street Journal. Und im Gegensatz zu Europa, wo Israels "Niederlage" gern mal gegen die USA instrumentalisiert wird, scheint man das in den arabischen Ländern - die sich selbst vom Iran bedroht fühlen - zu verstehen.

Und Ali al-Ibrahim, ein ägyptischer Kolumnist, schreibt:
“Hezbollah won the propaganda war because many in the West wanted it to win as a means of settling score with the United States. But the Arabs have become wise enough to know TV victory from real victory.”

Die Liste der arabischen Schreiber, Schiiten wie Sunniten, welche die Hizbollah als das erkannt haben, was sie ist - ein trojanisches Pferd der Mullahs - wird länger!

Der ganze Artikel von Amir Taheri ist hier auf englisch zu lesen.

1 Kommentar 26.8.06 11:48, kommentieren

Während sich Old Europe darüber empört, dass George Bush die Terroristen von London und anderswo beim Namen nennt - nämlich "Islamfaschisten", meldet sich Abdul Rahman Al-Rashed zu Wort. Der Manager des TV-Senders Al-Arabiya spricht in der Zeitung Asharq Al- Awsat offen aus: "Es sind doch Faschisten!"

1 Kommentar 20.8.06 11:01, kommentieren

Kinky Friedman liegt vorne!



In aktuellen Umfragen zur Gouverneurswahl in Texas liegt Kinky "they ain't making jews like jesus anymore" Friedman offenbar 10 Punkte vor seinem schärfsten Konkurrenten. Hoffentlich bleibt das so!

1 Kommentar 17.8.06 21:44, kommentieren

Günther Grass gibt zu, dass er bei der Waffen-SS war. Warum wundert mich überhaupt nichts mehr??
Vielleicht sollte er sich als UNO-Generalsekretär bewerben (siehe Waldheim). Aber gegen Mel Gibson hätte er wohl keine Chance!

3 Kommentare 11.8.06 22:38, kommentieren

"Ich habe vor kurzem in Tel Aviv auf der Straße eine wunderbare Szene gesehen: Zwei Soldaten - ich musste zwei Mal hinkucken - zwei männliche Soldaten in Uniform gingen händchenhaltend über die Straße, also offenbar ein schwules Liebespaar in der Armee. Und der einzige, der sich nach ihnen umschaute und staunte, war ich. Das sagt schon etwas aus über den Zustand der Gesellschaft..." sagt Henryk Broder und macht klar: "Die Europäer glauben, dass sie aus der Geschichte gelernt haben, die Europäer haben aber nicht aus der Geschichte gerlernt, denn sonst wüssten sie: Man muss gegen das Böse kämpfen und nicht den Kampf als böse verdammen." weiter...

Besonders zu empfehlen: Ein etwas beruhigender Beitrag der Tagesschau, der all die Besserwisser beschämen müsste, die ihre eigene Unfähigkeit zu differenziertem Denken auf die Menschen im Libanon projiziert haben. hier

1 Kommentar 10.8.06 19:08, kommentieren

Laut Irshad Manji gibt es nicht nur Fortschritte in der muslimischen Welt, sondern die Liberalen seien gar auf dem Vormarsch. Nebenbei verteidigt sie Israels Vorgehen und gibt Anlass zum Optimismus.

Don't be fooled by the Fanatics: Islam's Liberals are on the march

1 Kommentar 8.8.06 23:12, kommentieren

Fouad Ajami ist gebürtiger Libanese, ein Schiit und Ratgeber von Condoleezza Rice. Im Interview mit der Weltwoche sieht er noch Chancen für Libanon und den Irak.

Interview (via Wadi)

1 Kommentar 6.8.06 23:02, kommentieren

In diesen Zeiten wächst vor allem die Kategorie "Medienanalyse". Dass das seine Gründe hat, beweisen die Blogger von "Little Green Footballs": Im Laufe des Kriegs der Bilder entstehen komplette Kriegsszenarien als virtuelle Welten am Computer, um Menschen in aller Welt gegen Israel aufzubringen und die Unverhältnismässigkeit" seiner Verteidigung zu "beweisen".



Aufmerksam geworden waren die Blogger von "Little Green Footballs", als zur Erklärung der Chronologie der Ereignisse von Kana immer wieder aus Agenturkreisen zu hören war, die Veröffentlichung von Bildern könne von der Abfolge der Ereignisse abweichen, je nach dem wie lange Zeit für die Nachbearbeitung der Bilder gebraucht würde. Nachbearbeitung von Nachrichtenbildern? Das machte Experten hellhörig. Denn von Nachrichtenbildern erwartet der Betrachter, dass sie, anders als die Fotomontagen der Werbung authentisch sind, das zeigen, was war, und nicht, was wir glauben sollen, was gewesen sei.
Was man dann auf Bildern der renomierten Nachrichtenagentur "Reuters" fand, übertraf alle Befürchtungen. Da wurde aus einer einzelnen Rauchsäule plötzlich ein Inferno, hervorgerufen allerdings nicht durch israelische Bomben, sondern durch das allen Fotoamateuren und Profis bekannte Stempelwerkzeug aus Adobe´s Photoshop.
Das Werkzeug, das dazu dient, Teile eines Bildes in andere Bereiche zu kopieren hinterlässt eine deutliche Signatur, sofern man in der Eile des Gefechts vergisst, mit einem weiteren Werkzeug diese zu verwischen, um einen natürlichen Eindruck wieder herzustellen.
Genau diese Signatur, ein Muster gleicher Bildsegmente, entdeckt man im obigen Nachrichtenbild von Reuters in den beeindruckenden Rauchwolken. Die Blogger fanden sogar das Originalbild, das der Fälscher benutzt hatte und entdeckten dabei weitere Einzelheiten:
Um die Dramatik des Bildes zu steigern, wurde nicht nur der Rauch vermehrt, sondern auch, um eine dichtere Bebauung als tatsächlich vorhanden vorzutäuschen, ganze Häuserblocks einkopiert.
Damit ist dieser Luftangriff Israels der erste der Menschheitsgeschichte, in dem Häuser nicht zerstört werden, sondern neu hinzukommen.
Die Manipulationen, die an die peinlichsten Bilderfälschungen der Stalinzeit erinnern, werden in einer beeindruckenden Dokumentation bei "Little Green Footballs" mit Animationen und "vorher-nachher"-Vergleichen vorgeführt.
Der glücklose Fälscher, ein arabischer Reuters-Fotograf namens Adnan Haij übrigens ist uns allen kein Unbekannter. Er stand für Reuters auch vor einer Woche hinter der Kamera, als Hisbollahterroristen in Kana Kinderleichen wie Jagdtrophäen der schockierten Welt präsentierten. Eine Schmierenkomödie, die ebenfalls durch aufmerksame Blogger ans Licht kam und mittlerweile auch von einem grossen Teil der Massenmedien zugegeben werden musste.

at Little Green Footballs

1 Kommentar 6.8.06 14:31, kommentieren



Was macht die Juden nur so aggressiv? Der Judenstaat hat doch den Verstand verloren. Danke Stern für solch offenen Antisemi.. äh ich meine solch offene Worte.

1 Kommentar 5.8.06 11:46, kommentieren

Nach einiger Zeit ohne neue Einträge melde ich mich wieder zurück. Jedenfalls wird es hier einige Änderungen geben und hoffentlich wird hier auch wieder mehr los sein in der nächsten Zeit.

1 Kommentar 4.8.06 14:52, kommentieren

Ein und derselbe Sachverhalt wird in den Medien schonmal unterschiedlich wiedergegeben. So titelte der Spiegel Online heute: "Eichmann und die Nazihelfer der CIA", darunter stand: "Die Festnahme des SS-Mannes Adolf Eichmann 1960 galt lange Zeit als Meisterwerk des Mossad. CIA-Dokumente zeigen nun, dass der US-Geheimdienst schon lange vor den Kollegen aus Israel von Eichmann wusste, aber keinen Finger rührte - um deutsche Politiker zu decken."
Die Welt titelt: "CIA: Adenauer-Regierung schützte Adolf Eichmann" und darunter: "Statt Informationen über den Verbleib des Nazi-Verbrechers zu überprüfen, wurde dafür gesorgt, daß auch der US-Geheimdienst Hinweisen nicht nachging."
Die deutsche Nachkriegsregierung unter Konrad Adenauer hätte US-Dokumenten zufolge den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann deutlich früher aufspüren können. Anstatt entsprechende Informationen ihrer eigenen Nachrichtendienste zu nutzen, sorgte sie jedoch demnach dafür, daß auch der US-Geheimdienst CIA den Hinweisen nicht nachging. Damit sollte offenbar unter anderem Adenauers enger Mitarbeiter Hans Globke vor weiteren Vorwürfen wegen seiner Nazi-Vergangenheit geschützt bleiben. Dies geht Historikern zufolge aus CIA-Dokumenten hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.
Aber dank Spiegel wussten wir ja schon immer das die wahren Nazis die Amerikaner sind! oder so

2 Kommentare 7.6.06 21:25, kommentieren



Der Vorgang verdient nur einen Begriff, so abgedroschen er klingen und so inflationär er auch gebraucht werden mag: Skandal. Ayaan Hirsi Ali ist nun staatenlos, nachdem die niederländische Ministerin für Einwanderung und Integration, Rita Verdonk (Foto), kurzen Prozess gemacht und der Parlamentarierin und VVD-Parteikollegin die Staatsbürgerschaft entzogen hat. Der Schriftsteller Leon de Winter brachte diese Ungeheuerlichkeit auf den Punkt: „Das ist ein einmaliger Vorgang in der holländischen Geschichte. Die Ministerin hat eine ‚discretionaire bevoegdheid’, einen Ermessensspielraum, sie konnte so handeln, aber sie musste nicht.“ Nachdem ein reißerischer vierzigminütiger Fernsehbeitrag ein paar Fakten als neu verkauft hatte, die in Wirklichkeit längst bekannt waren, und darüber hinaus auch noch dreist und wahrheitswidrig behaupten zu müssen glaubte, Hirsi Ali habe nie mit ihrem kanadischen Cousin zwangsverheiratet werden sollen, sahen die Ministerin und weitere Geistesverwandte die Chance gekommen, eine Frau loszuwerden, die ihnen mit ihrer konsequenten und unbeirrbaren Kritik zunehmend lästig geworden war. Jan Feddersen bemerkt dazu in der taz treffend:

„Ihre ätzende, bisweilen beleidigende Kritik an den grünalternativ-roten Mainstreams ihres Landes, die Migranten so lange lieben, wie sie hübsche Musik machen und mit feinen Nahrungsmitteln die europäischen Speisekarten bereichern, aber lieber schweigen bei patriarchal begründeten Sitten und Gebräuchen, hat ihr viele Feindschaften eingetragen. Wie auch aus den muslimischen Communities, denen sie als selbstbewusste Nervensäge erschien. Und jene, die sie hassen, werden ab sofort abfällig spotten: Hirsi Ali hat bei ihrer Einwanderung in die Niederlande geschummelt. Sie wollte ohnehin in die USA auswandern, dort ohne Polizeischutz leben, weniger angefeindet – und seltener umgeben von Menschen, die ihr übel nehmen, lautstark und polemisch nicht die liebe, sensible Migrantin zu geben – sondern die Frau, die Kritik übte an Zuständen, denen sie entflohen war: ohne Rücksicht auf Takt und Ton des Antirassismusdiskurses.“

mehr dazu auf Lizas Welt

1 Kommentar 18.5.06 18:59, kommentieren

Die über sechs Wochen währende stillschweigende Duldung der Demonstrationen der Jugendlichen Frankreichs gegen den Contrat Première Embauche (CPE) deutet darauf hin, daß Jacques Chirac, der die Chancen seines Dauphins Dominique de Villepin dahinschwinden sieht, der UMP so weit schaden will, daß die inzwischen in den Umfragen vor Dominique Strauss-Kahn führende PS-Politikerin Ségolène Royal im zweiten Durchgang die Präsidentschaft gegen Nicolas Sarkozy gewinnt. Diese Rechtsanwältin, Tochter eines französischen Artillerie-Offiziers, Schwester eines Leutnants des Geheimdienstes DGSE und Lebensgefährtin des Ersten Sekretärs des PS François Hollande, hat weder mit französischer Außenpolitik noch mit Wirtschafts- und Finanzpolitik je zu tun gehabt, sie ist ehemalige Ministerin für Soziales, für Umwelt, Erziehung und Familie. Die Chiraquie rechnet sich anscheinend aus, sie in ihre Arabienpolitik einzubinden. Das könnte sie mit DSK nicht, der inzwischen von den "Tenören" des PS schon aus Neid und Konkurrenz weiter abgehalftert wird, obgleich er der einzige aus dem Führungskreis des PS ist, der Frankreich aus dem Sumpf der Chiraquie führen und das Land modernisieren und reformieren könnte.

Die Clearstream-Affäre, Jacques Chirac und seine möglichen Nachfolger

1 Kommentar 6.5.06 21:18, kommentieren

Glückwunsch – der Kapitalismus ist links!

"Die Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie in Bolivien und die nationale und soziale Wirtschaftspolitik einiger südamerikanischer Staaten, die allgemeinhin als links bezeichnet werden, läutet ganz offensichtlich eine neue Runde im Kampf gegen die weltumspannende Wirtschaftsdiktatur ein.

Die NPD beglückwünscht die bolivianische Regierung zu diesem Schritt. »Widerstand gegen die globale Herrschaft des Geldes kann nur national sein«, kommentierte NPD-Vorsitzender Udo Voigt den Schritt des Staatspräsidenten Evo Morales. Es sei eine Grundforderung der NPD, daß die Wirtschaft dem Volk zu dienen habe. Das gelte insbesondere für die nationalen Energiequellen, die sich nicht in den Händen international agierender Spekulanten befinden dürften.

Es verwundert nicht, daß die nationale und soziale Politik Evo Morales für Aufregung in der gleichgeschalteten Presse und der etablierten Politik sorgt. »Schon bald werden die Minenunternehmen, die Forstwirtschaft und alle anderen nationalen Reichtümer, für die unsere Vorfahren gekämpft haben, an die Reihe kommen«, versprach der erst im Dezember gewählte Präsident des südamerikanischen Landes. Ca. 100 bewaffnete Soldaten hatten in kürzester Frist landesweit 56 Anlagen besetzt. »Das Plündern durch die ausländischen Unternehmen ist beendet«, erklärte Morales. Auch die Meldung, daß Venezuela, Kuba und Bolivien zukünftig auf gegenseitige Zölle verzichten und ein Gegenmodell zu den US-Freihandelsabkommen Wirklichkeit werden lassen wollten, sorgte verständlicher Weise für Aufregung in den Kreisen des internationalen Kapitals.
Man sieht: Widerstand gegen die Globalisierung ist möglich. Widerstand gegen die Globalisierung ist national. Das wird auch für Europa gelten.

»Medien und Politik werden nicht länger damit durchkommen, eine solche Politik als links zu bezeichnen«, meinte Voigt, »denn links ist ebenso internationalistisch und völkervereinheitlichend wie die kapitalistische Politik. Die Politik von Evo Morales aber ist national und in diesem Bereich Vorbild für Europa.«

(Erklärung auf der Homepage der NPD)

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In einem dringenden Appell bitten britische Konservative die USA um Hilfe gegen das deutsche Vormachtstreben und die EU. Berlin habe seinen politischen Einfluss "dramatisch gesteigert" und werde auch unter der CDU-Kanzlerin von den hegemonialen Zielen seiner Außenpolitik nicht ablassen, warnt der Londoner Parlamentsabgeordnete Bill Cash. Cash wirft Washington vor, einem "strategischen Irrtum" verfallen zu sein, indem es die europäische Integration stütze, statt gegen die kontinentale Ausweitung der deutschen Wirtschaftsmacht aktiv vorzugehen. Die stillschweigende Flankierung der Berliner "Realpolitik" schade sowohl nordamerikanischen wie britischen Interessen und müsse korrigiert werden, verlangt Cash in einem Positionspapier, das er US-Abgeordneten Anfang April vorlegte. Cash erinnert seine Gesprächspartner an die militärpolitische Verflechtung beider Staaten und hebt die wirtschaftliche Bedeutung der "transatlantischen Sonderbeziehungen" zwischen Großbritannien und den USA hervor. Das Memorandum erscheint zum Zeitpunkt eines Übernahmekampfes um die Londoner Stock Exchange (LSE), deren Aufkauf durch die Frankfurter Börse im vergangenen Jahr am Einspruch internationaler Investmentfirmen scheiterte. Dieselben Kreise bemühen sich seit vergangener Woche, den britischen Finanzplatz neuerlichen deutschen Zugriffen zu entziehen - statt von der Frankfurter Börse soll die Londoner Stock Exchange jetzt von New York übernommen werden. Die wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen führen zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung des westlichen Staatenlagers. Nach Auffassung britischer Konservativer ist ein engerer Schulterschluss mit Washington dringend geboten, um der deutschen Konkurrenz die Stirn zu bieten.

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1 Kommentar 2.5.06 14:38, kommentieren